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Freitag, 9. Oktober 2015

Eltern-Kind-Beziehung im Wandel

Gestern las ich diesen Artikel "Denn sie wussten nicht, was sie tun" dem ich absolut zustimme und der mir seit dem nicht mehr aus dem Kopf geht. Wie oft habe ich mir schon über genau dies meinen Kopf zerbrochen und in meinen Gedankengängen bin ich immer und immer wieder zu derselben Schlussfolgerung gekommen. Sie wussten es nicht besser und ich gehe sogar so weit das ich sage - Die ältere Generation ( Urgroßeltern, Großeltern, Eltern ...) hat ein absolutes Problem mit unserer heutigen bedürfnisorientierten Erziehung, und mit all dem was wir unseren Kindern heutzutage geben ( Nähe, Geborgenheit, Langzeitstillen, Tragen, Familienbett....) weil sie es "leider" nicht besser wussten. Mit ziemlicher Sicherheit es aber gerne anders gemacht hätten - wenn sie Uns heute mit unseren Kindern und in unserem Umgang mit unseren Kindern sehen. 

Unsere Kinder von heute lassen sich nicht mit den Kindern von damals vergleichen. Damals, als die Urgroßeltern, Großeltern, Eltern großgezogen wurden. Sie lebten und bekamen ihre Kinder in einer Zeit "die vom grausigen Erziehungsstil Johanna Haarers geprägt waren. Die Lungenfachärztin veröffentlichte 1934 ein Buch, welches zum bis heute meistverkauften Erziehungsratgeber in Deutschland werden sollte: “Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind.” Die zentrale Botschaft: Kindern müsse von Geburt an mit äußerster Härte und Unnachgiebigkeit begegnet werden. Schreit das Kind, gab Haarer folgenden Rat: “Dann, liebe Mutter, werde hart! Fange nur ja nicht an, das Kind aus dem Bett herauszunehmen, es zu tragen, zu wiegen, zu fahren oder es auf dem Schoß zu halten, es gar zu stillen. Das Kind begreift unglaublich rasch (…). Nach kurzer Zeit fordert es diese Beschäftigung mit ihm als ein Recht, gibt keine Ruhe mehr, bis es wieder getragen, gewiegt oder gefahren wird – und der kleine, aber unerbittliche Haustyrann ist fertig.” Diese Herangehensweise traf voll den Zeitgeist. Schon seit der Industrialisierung, also weit vor der NS-Zeit, war das Klima Babies und Kleinkindern gegenüber stetig kälter geworden. So fielen Haarers Thesen von Abhärtung und Distanz auf äußerst fruchtbaren Boden."- Zitat von diekuckucks.net. 

Die Kinder von heute sind nicht mehr Körperlichen Strafen und dem Liebesentzug ausgesetzt. Es hat sich viel verändert statt Härte und Strafe gilt nun die Devise sein Kind mit Geborgenheit, Nähe, viel Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit zu überschütten. Genau dies ist die richtige Erziehung für unsere Kinder. 

Die Eltern-Kind-Erziehung: Damals

Kinder von damals wurden unterdrückt, klein gehalten, sie durften sich keine eigene Meinung bilden, sie sollten und mussten sich unterordnen den Eltern gegenüber, sie hatten keine Rechte dafür aber viele Pflichten, sie mussten gehorchen aufs Wort und durften keine Wiederrede geben. Ihre Kindheit bestand aus Pflichten, Aufgaben, aus Strafen und Schlägen. Die Kinder wurden geschlagen, verprügelt, sogar misshandelt. Folter statt Liebe, denn auch dies ist eine Art von "Zuwendung". Es wurde gemacht, weil wahrscheinlich alle dies so machten und man bekommt ja immer nur erzählt, dass es damals eben so üblich war und auch bereits getan wurde. Ja, die Kinder von damals wurden grausamen Erziehungsmethoden unterzogen die besagten das Kind nicht zu stillen, tragen, hoch zunehmen, es nicht aus seinem Bett herauszuholen und sogar Ferbern zu lassen. Die Kinder von damals wurden einem Liebesentzug ausgesetzt. Bloß keine Nähe, Zuneigung, Beziehung und Liebe zu dem Kind aufbauen, denn dadurch werden sie verzogen. Es wurde alles getan um die Mutter-Kind-Beziehung oder gar Eltern-Kind-Beziehung mit grausamen Methoden zu zerstören und gar nicht erst aufkommen zu lassen. Die Kinder galten als "kleine Tyrannen" und wurden wie solche behandelt. Ich möchte hier nicht verallgemeinern und sagen, dass alle Kinder diesen Methoden ausgesetzt wurden - aber es waren sehr viele. Heute zeigt sich deren Auswirkung in Folge von vielen traumatischen und psychologisch behandelbaren Patienten. Es sind die traumatisierten und psychisch gestörten "kleinen Tyrannen" die "Kinder" von damals. 

Meine eigene Großeltern-Eltern-Kind-Erziehung

Auch ich bin ein Kind, geboren 1987, welches damals sehr wohl durch besagte Methoden erzogen wurde. Es gab vieles was dazu diente die Eltern-Kind-Beziehung zu zerstören. Es wurde täglich Macht ausgeübt und man musste sich dieser unterordnen - ordnete man sich nicht unter, so wurde man bestraft. In welcher Form auch immer tut hier nichts zur Sache. Damals wie heute, ist es noch immer ein reiner Machtkampf, das "Kind" von damals welches ich war ist heute 28 Jahre alt doch meine Meinung, meine Einstellung, meine Erziehung meines Sohnes wird noch immer nicht akzeptiert, versucht zu unterdrücken, ja gar versucht zu ändern. Liebesentzug statt Liebe - dass war meine Erziehung. Es gab Kälte, Abstand, Desinteresse, es gab Macht, Strafen und Gleichgültigkeit. Die Liebe wurde durch negative Gefühle kompensiert."(Kompensation (Psychologie)) Mit Kompensation wird in der Psychologie eine Strategie bezeichnet, mit der bewusst oder unbewusst versucht wird, eine echte oder eingebildete Minderwertigkeit auszugleichen." - Quelle Wikipedia. Das war die Devise. Mir wurde mal gesagt "auch negative Gefühle sind eine Art Zuneigung und Zuwendung", Gefühle habe ich bekommen nur die falschen. Ich hätte mir jedoch das Gegenteil gewünscht. Heute weiß man, dass oben besagte Verhaltensmuster und Erziehungsstile uns "Kinder von damals" langfristig schädigen und traumatisieren. Sie machen uns kaputt und fressen uns innerlich auf - über Jahrzehnte hinweg, oder gar unser ganzes Leben.

Die Eltern-Kind-Beziehung : Heute

Die Kinder von heute erfahren Liebe, Zuwendung, Geborgenheit, Nähe, Wärme, Interesse, Förderung und so viel mehr. Sie werden gestillt, getragen, sie schlafen im Familienbett, sie werden bestärkt, motiviert, gefördert von klein auf, sie erfahren Geborgenheit und jedes Familienmitglied hat den gleichen Stellenwert in der Familie. Die Kinder von heute werden gesehen, gehört, sie werden verstanden, ihnen wird zugehört, sie dürfen selbst entscheiden und haben Meinungsfreiheit. Ihnen wird ein Raum geschaffen sich auszudrücken, zu entfalten, entwickeln, sich selbst zu verwirklichen und sie sind sehr frei. Die Kinder von heute sollen und dürfen sich selbst finden und zu der Persönlichkeit heranwachsen die sie sind. Kleine eigenständige Menschen, ab dem ersten Tag der Geburt. Kinder von heute werden in ihrem Wesen und Sein, sie werden als der Mensch der sie sind - akzeptiert und respektiert. Sie sind eigenständige und selbstbewusste Persönlichkeiten - weil man sie dazu werden lässt und sie unterstützt. Beziehung statt Erziehung heißt es heute und damit sind wir auf dem richtigen Weg. Man kann den Kindern gar nicht genug Liebe, Aufmerksamkeit, Nähe und Zuwendung geben, sei es durch das Stillen, Tragen, Familienbett, sei es durch Motivation, Freude, Mitgefühl, Respekt und Akzeptanz. Man kann Kinder gar nicht genug verwöhnen. Jeder erzieht seine Kinder auf eine andere Art und Weise, wichtig ist das sie intuitiv und aus dem Herzen heraus geschieht. Alles kann, nichts muss. Unsere Kinder spüren, dass sie willkommen sind und das sie perfekt sind - genauso wie sie sind. Sie werden bestärkt, ermutigt und auf ihrem Weg ins Leben von uns begleitet auf liebevolle Art und Weise. All das was wir ihnen jeden Tag mit auf den Weg geben, dass geben sie uns zurück - mit bedingungsloser Liebe, tiefer Dankbarkeit, Respekt und Wertschätzung vor uns, mit Freude und einem strahlenden zufriedenen Kindergesicht und mit dem Wissen das wir Eltern aus unserem Herzen gehandelt haben. Das ist eine Bedürfnisorientierte Beziehung und Erziehung


Meine Eltern-Kind-Beziehung zu meinem Sohn

Wenn ich an meine Eltern-Kind-Beziehung mit meinem Sohn denke, dann weis ich, dass ich all diese Punkte erfülle. Ich schenke meinem Sohn und meinen Kindern, mit jedem Tag, dass absolut krasse Gegenteil von meiner eigenen grausamen Erziehung - weil ich weiß das sie dadurch zu gesunden, zufriedenen, glücklichen, liebenden Menschen heran wachsen, die all diese Eigenschaften auch ihren Kindern mit auf den Weg geben werden. Beziehung statt Erziehung und alle Bedürfnisse jedes Familienmitgliedes achten, wertschätzen und akzeptieren das ist unsere Devise. Ich möchte es besser machen als ich es selbst erlebt habe und ich werde verdammt nochmal niemals handeln wie ich behandelt wurde. Kein  Kind auf Erden hat dies verdient, unsere Kinder sind das kostbarste was wir besitzen und sie sollten jeden einzelnen Tag mit unserer gesamten Liebe überschüttet werden. Um den Artikel mit meinem Lieblings Zitat abzuschließen.

Ich glaube, dass Erziehung Liebe zum Ziel haben muss - Astrid Lindgren.

Danach handle ich mit jedem Tag, tief aus meiner Überzeugung und aus meinem Herzen heraus - für meine Kinder.

Verena

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DIY: Ameisenfarm im Glas

Vor ein paar Tagen hat unser Sohn eine Doku über Ameisen gesehen, direkt darauf wollte er in den Garten und Ameisen suchen und beobachten - mit seinem Vater. Wir gingen direkt in den Garten, der Sohn schnappte sich seine kleine grüne Gartenschaufel und die Ameisensuche begann. Sie wühlten und buddelten im Garten, sie gruben die Erde um jeder jeweils mit seiner Schaufel. Unser Sohn lag sogar mitten im Gebüsch neben all den Brennnesseln. 

Wir schnappten uns ein altes Glas, welches im Keller eingelagert war und befüllten es. Es entstand eine kleine Ameisenfarm im Glas.


Um Ameisen also genau beobachten zu können, bietet es sich an eine kleine "Ameisenfarm im Glas" zu bauen.  Dies geht ganz schnell, der Sohn konnte die Ameisen in aller Ruhe beobachten ohne das sie wegkrabbeln und im Anschluss wurde das Glas wieder geleert und die Ameisen wieder an ihren Fundort im Garten zurückgebracht.

DIY für eine Ameisenfarm im Glas:

Die benötigten Materialien

  • Ein großes leeres Glas 
  • Erde
  • Sand
  • Blätter
  • Schilf
  • Obst wie zB. Äpfel
  • Einige Waldameisen / Ameisen

Das Befüllen
Zuerst begibt man sich zusammen mit seinem Kind auf Ameisensuche. Am besten wird man unter Steinen fündig, denn darunter ist es schön warm und der Ameisen Lieblingsplatz. Nun füllt man in das leere Glas feuchte Erde (keine nasse), Steine, Schilf, Blätter und etwas Obst. Nun noch die Waldameisen / Ameisen vorsichtig in das Glas füllen und sie beobachten. 

Nach einer ausgiebigen Beobachtungszeit werden die Ameisen wieder an ihren Ort zurück gebracht und das Glas vollständig geleert. 

Dieser Beitrag wurde verlinkt bei den Naturkindern und Creadienstag .

Der Stillzwerg

Montag, 5. Oktober 2015

Ich, der (Anti) Helikopter-Vater

Wir gehen in die zweite Runde. Ihr habt Euch weitere Artikel aus Vätersicht gewünscht - hier ist er. Ein Gastartikel von meinem Mann, aus Vätersicht geschrieben.

Ich bin Björn, 32 und ein Helikopter-Vater. So könnte man es meinen. Und so werde ich sicherlich öffentlich als auch hinter der Hand genannt. Ja, ich gebe es zu. Ich bin ein Helikopter-Vater. Aber nur ein bisschen. Denn ich glaube von mir sagen zu können, dass ich eher die gesunde Form eines „klassischen“ Heli-Dads bin und nicht zu den extremen zähle. 

Wenn ich an eine schöne, behütete und vor allem kindgerechte Kindheit denke, dann denke ich vor allem an Freies Spiel, an nicht enden wollende Nachmittage mit Freunden, ungebremstes Herumalbern, und Herumtrollen in der Natur. Man könnte die Liste beliebig weiterführen. Was mir jedoch nicht einmal im Entferntesten in den Sinn käme, wäre mein Kind mit endlosen „Verpflichtungen“ zu quälen.  Montag Klavierstunden, Dienstag wahlweise Ballett oder Fußball, Mittwoch Geige und Donnerstag Frühenglisch.  Die Liste der Grausamkeiten könnte ebenfalls beliebig ergänzt werden. Nur Verpflichtungen und keine Freizeit mehr.

Okay, das war jetzt zugebenermaßen ein Exkurs in die Extreme des Helikopter-Kosmos. Aber fängt „Helikoptern“ nicht bereits schon im Kleinen an? Warum darf ein Kind zum Beispiel keinen kleinen, schleimigen Regenwurm obduzieren? Absolute Helikopter-Eltern, die Ihre Schützlinge womöglich noch in den hippen frühkindlichen Naturwissenschaftskurs stecken würden anstatt vor die Haustüre zu gehen, sehen darin höchstwahrscheinlich nur den Dreck, indem sich der Wurm suhlt. All die Krankheitserreger. Igitt. Pfui. 

Kriegsschau(Spiel)platz

Genau diese Eltern bekommen auch eine unfassbar hysterische Panikattacke, wenn Junior auf dem Spielplatz mal eine Schippe Sand in den Mund nimmt. Wie eklig. Diese Bakterien. Ach was, wahrscheinlich ist der Sand gar verseucht und unglaublich toxisch, genau wie der Rasen auf dem man niemals Barfuß gehen darf. Nach dem Sand anfassen doch aber bitte die Hände mit einem Feuchttuch abwischen und all die fiesen Keime beseitigen. Viel gefährlicher sind eigentlich nur noch diese gleichaltrigen, ebenfalls in die Windel machenden Individuen mit einer - Achtung Ironie -  angeborenen Persönlichkeitsstörung und/oder ADHS, die dein Kind malträtieren, unterdrücken, ihm das Schäufelchen und die Förmchen unter Gewaltanwendung abnehmen und so in seiner Entwicklung massiv schaden. 

Ich glaube ja, dass dahingehend was ganz anderes schädlich ist. Diese Extrem-Helikopter. Diese Kampfhelikopter auf dem „Kriegsschauplatz“ Spielplatz. Jene Eltern, die lieber auf übelste Art und Weise jenes Kind angehen, welches den Filius gerade von der Rutschleiter drängen will, anstatt darauf zu setzen, dass sein Zweijähriger es schon schaffen wird, das ebenfalls zweijährige, selbstverständlich "völlig verzogene Gör", in dessen Schranken zu weisen. Kinder müssen - trotz der unglaublichen Begabung in punkto Vorbild und Nachahmung -  Ihre eigenen Erfahrungen sammeln, diese durch mehrmaliges Erleben einordnen und sich zunutze machen. Fürs Leben lernen. Und das durch Erleben, nicht einzig durch Vorleben, Einschreiten und Konventionieren. 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?!

Doch wo bin ich jetzt ein Helikopter-Vater? Ich will in punkto Kindheit und Erziehung einfach alles maximal perfekt gestalten. Ich kümmere mich. Vielleicht zu viel. Ich feuere ihn an. Beim Schaukeln zum Beispiel und beim Rutschen. Höher, weiter, schneller ist da die Devise. Das hört sich dann fast schon an wie bei einem Fußballspiel meiner Lieblingsmannschaft. Und ich rutsche mit. Ja, ich buddle auch im Sandkasten mit und gebe mich als Bauleiter. Verrückt und für Außenstehende sicherlich manchmal etwas verstörend. Wenn das nur alles wäre. Ich trage meinen Sohn auf dem Arm, wenn er das will, obwohl er längst laufen kann. Ich trage meinen Sohn in der Trage, wenn die Mutter mich denn auch mal lässt. Ich verwöhne ihn. Ich verhätschle ihn. Sogar nach Strich und Faden. Ich habe - eigentlich ständig - Angst davor, dass ihm etwas passieren könnte oder dass ihm irgendwas fehlt. Mein ständiges Fragen, ob es ihm gut geht, ignoriert er bereits gekonnt. Das ist gefährlich. Also nicht das Ignorieren. Eher meine Art. Für mich, mit meiner eigenen  überzogenen Erwartungshaltung an mich selbst und für meinen Sohn. Denn Junior ist „erst“ zwei und doch ertappe ich mich des Öfteren dabei, wie ich merke, dass er klar signalisiert seine Ruhe haben zu wollen. Noch macht er nur die ein oder andere Zimmertüre zu mit den Worten „Weeeg Papa, Tür zu, alleine pielen (spielen)“. Doch bald schon werden die Zeichen vehementer sein. 

Was mache ich dann? Verfahre ich klar nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? Soll ich Junior dauernd zum Schwimmen schleppen? Mit ihm ein Lernspiel spielen? Irgendwas unternehmen um seine Entwicklung zu fördern? Ich meine, besser einmal mehr als zu wenig fördern, oder? Oder sollte ich ihn gerade einfach seine Welt alleine erforschen lassen und ein bisschen mehr wie seine Mutter handeln. Vielleicht liegt er ja gerade einfach nur auf dem Boden, schaut an die Decke und macht sich Gedanken über sich selbst und seine Umwelt im Kontext. 

Freiräume gehören zur Kindheit

Ja, ich sollte ihn einfach machen lassen, ihn ein Stück weit sich selbst überlassen und den Freiraum zur freien Entfaltung geben. Ich glaube einfach, dass es mit Kindern ein Stück weit so ist, wie mit jungen Pflanzen. Wenn man eine junge grüne Pflanze, die voller Kraft ist und das Leben noch vor sich hat, überdüngt, dann wird sie sich niemals vollkommen entfalten und strahlend blühen. Bis er groß ist versuche ich einfach weiterhin ein gesundes Mittelmaß einzuhalten – zwischen Fördern und Fordern, zwischen Freiraum und Erziehung. Und ich werde versuchen zu unterscheiden. Die wichtigen Dinge, von den unwichtigen. Die bildungsspezifischen von den körperlichen und seelischen.  „Die Eltern sind heute wahnsinnig stolz, wenn ihr Kind mit fünf Jahren rechnen und schreiben kann, und fragen sich nicht, was denn eigentlich mit dem Rest ist, dem Körperlichen und Seelischen“, vertritt Gabriele Pohl , Spieltherapeutin und Autorin von „Kindheit - aufs Spiel gesetzt“, eine klare Meinung.

Da steckt viel Wahres drin. Wenn Junior dann mal „groß“ ist und zur Schule geht ziehe ich vorsichtig ein erstes Zwischenfazit. Falls da irgendwas nicht klappen sollte, habe ich immer noch eine Extrem-Helikopter-Eltern-Waffe in der Hinterhand. Dann schreibe ich Filius’ Klassenlehrer eine böse Email – mit dem Schulleiter in CC. So viel „Sicherheit“ brauche ich dann doch.

Freitag, 2. Oktober 2015

Junge oder Mädchen?

Heute mache ich es kurz, denn es gibt gar nicht viel zu erzählen. Ich befinde mich aktuell in der 15.Schwangerschaftswoche, damit im Trimenon 2 mit den Zwillingsbauchbabys. Die beiden sind um die 9 cm groß, eines ist etwas größer und befindet sich damit bereits von der Entwicklung in der 16.Schwangerschaftswoche. Bisher ist der Größenunterschied "noch" in Ordnung, alles Weitere wird regelmäßig kontrolliert. Gerade der Größenunterschied muss bei eineiigen Zwillingen mit nur einer Plazentamonochorial-diamnial, wie in unserem Fall immer kontrolliert werden. Sonst geht es mir und den Zwillingsbauchzwergen prima, ich habe keinerlei Schwangerschaftsbeschwerden und fühle mich fit

Ende der 13.SSW bekamen wir auch das Geschlecht mitgeteilt. Dies ist ja für alle werdenden Eltern ein absolutes Highlight in ihrer Schwangerschaft. Wochenlang bangt man darauf hin, hat selbst eine Intuition vielleicht sogar ein Wunschgeschlecht. Dieser Moment in dem einen der Arzt das Geschlecht dann endlich mitteilt ist unfassbar und kaum in Worte zu fassen. Die Bauchzwerge sind ein Stück weit greifbarer, denn jetzt kann man kann sich an die Namensplanung machen, sofern man noch keinen hat, ans Einrichten der Zimmer, an die Babyausstattung sofern man nichts mehr hat und die Freude ist einfach noch größer. 

Was wird es denn nun? 
Wir bekommen zwei JUNGS. Damit ist unsere Familie mit 3 Jungs komplett. Wir beide haben uns absolut Jungs gewünscht und waren uns damit sofort einig. Obwohl mein Wunschgeschlecht zu der ersten Schwangerschaft ein Mädchen war, wir dann einen Jungen bekamen war das Geschlecht für uns perfekt. Ich würde heute niemals wieder tauschen wollen und habe mir in dieser Schwangerschaft von Anfang an zwei Jungs gewünscht, die wir nun bekommen. Klar, sagen die meisten Eltern auf die Frage "was wünscht Ihr Euch denn" immer die Worte "Hauptsache gesund" was ja auch stimmt, dennoch haben die meisten auch ihr Wunschgeschlecht. Meine Intuition war von Anfang an die Richtige, ich spürte ich würde Jungs bekommen. Auch hatte ich bereits zu Anfang der Zwillings-Schwangerschaft meine beiden Wunschnamen - Jungsnamen. Nur einer lag mit seiner Vermutung falsch, unser Sohn. Er sprach bereits zu Anfang meiner Schwangerschaft davon das "Baby Neu ein Mädchen ist" und ist heute noch davon überzeugt, dass in meinem Bauch zwei Mädchen sind. Ständig spricht er davon. Nicht das der Arzt sich geirrt hat und unser Sohn doch recht behält. Wir werden es sehen - spätestens bei der Geburt der Zwillinge.


Wir werden demnächst Eltern von 3 JUNGS sein - dass ist der absolute Wahnsinn. Die Namen haben wir, die Babyausstattung unseres Sohnes auch noch, somit muss nicht allzu viel neu dazu gekauft werden. An den süß gestrickten blauen Schühchen konnte ich auf einem Kindertrödel trotzdem nicht vorbei gehen. Es werden sicherlich noch ein paar Kleinigkeiten bei uns einziehen, schließlich brauchen wir doppelt so viele Klamotten für zwei Kinder und es bereitet einfach Freude.

Eure glückliche Verena