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Freitag, 22. Mai 2015

Barfuß-Sinnespfad für kleine Entdecker

Das Tasten, erleben, erforschen, begehen, springen, greifen, sehen, riechen, schmeißen und werfen ist ein Bedürfnis jedes Kindes. Besonders im Kleinkindalter kann man die Sinne bereits auf alles Weitere vorbereiten und sie täglich schärfen - am besten gelingt dies in der Freien Natur. Die Natur bietet uns so viele Eindrücke die nur darauf warten entdeckt zu werden. Sie möchte bewundert und erforscht werden, sie möchte gespürt und beachtet werden, sie möchte wertgeschätzt und achtsam erlebt werden. Das was Kinder in und von der Natur erleben - erleben sie auf diese intensive Weise nirgendwo anders. Die Natur lehrt uns so viel wenn wir dafür empfänglich sind. 

Wenn man naturverbunden ist und viel Zeit draußen verbringt möchte man jeden Tag etwas Neues, Einzigartiges erleben - man muss nur achtsam dafür sein, alles Weitere geschieht ganz von alleine. So beobachtete ich die Tage meinen Sohn dabei wie er mit den Untersetzern der Pflanzenkübel spielte in denen sich unsere Tomatenpfanzen befinden. Er nahm Sand und kippte ihn in die Untersetzer, dann nahm er sich seine Gießkanne und goss Wasser in die Untersetzer - ich hatte sofort eine Eingebung und erinnerte mich daran wie ich damals als Jugendliche einen Barfußpfad durchlief. Sofort suchte ich mir die passenden und zur Verfügung stehenden Materialien zusammen und baute ihm, auf die Schnelle, einen kleinen aber feinen Barfuß-Sinnespfad. Natürlich hätte er schöner, länger und weitere Materialien beinhalten können, aber es war mir in dem Moment gar nicht wichtig ihn besonders schön zu haben - es ging mir einzig und allein um die Sinneswahrnehmung und darum die Sinne meines Kindes anzuregen. Mit wenigen Mitteln, mit wenig Arbeitsaufwand - aber mit einem großen Effekt und Spaßfaktor. Kinder lernen so auf spielerische Weise die Natur kennen.

" Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird wie in der Kindheit. Wir Großen sollten uns daran erinnern, wie das war." - Astrid Lindgren 

Und was soll ich euch sagen, der Spaßfaktor war riesig, er war lange mit seinem Barfuß-Sinnespfad beschäftigt, jedes einzelne Naturmaterial bzw. Element wurde erkundet und erforscht. Er hat die Naturmaterialien mit seinen nackte Füßen spüren können, manches war warm, anderes piekste, wieder anderes war nass und kalt, der Sand kitzelte und anderes massierte seine kleinen Kinderfüße. Die perfekte Spielidee in der Natur bestehend aus Naturmaterialien. 

Was ist ein Sinnespfad
Ein Sinnespfad ist ein Weg in der Natur, der aus verschiedenen Materialien gelegt wurde und viele unterschiedliche Strukturen bietet. Begehbar ist er am sinnvollsten Barfuß um jedes Element am besten spüren und erleben zu können. 

Ein Sinnespfad für die Sinnesanregung
Alle Sinne beim Kind werden durch das Barfuß gehen über den Pfad angeregt - das tasten, spüren, erleben, sehen, fühlen, anfassen. Das Kind kann sich so erleben, spüren, entfalten und wahrnehmen. Zudem können Kinder so durch neue Sinnesempfindungen zu neuen Gedankenbildungen beitragen und neue Perspektiven für ihre Zukunft eröffnen. Die Hand-Fuß-Koordination, die Sinneswahrnehmung und das Koordinationsvermögen wird geschult Des Weiteren bereitet es einfach Spaß und schafft Abwechslung. Das begehen eines Sinnespfades entspannt den Körper und regt die Phantasie an. 

Geeignet
Sobald die Kinder laufen können. Ab Lauf-alter.

Unsere verwendeten Naturmaterialien
  • Gras
  • Sand
  • Stroh
  • Erde
  • Steine
  • Wasser

Weitere Naturmaterialien
  • Stöcke
  • Blätter
  • Laub
  • Blumen
  • Zapfen / Tannenzapfen
  • Nüsse
  • Heu
  • Kieselsteine
  • (Sägespäne)
  • Moss
  • Holz
  • Matsch
  • Kork

Welche Eigenschaften haben die Naturmaterialien

  • Das Gras - kitzelt an den Füßen, kann warm und kalt sein, weich, grün...
  • Der Sand - rieselt durch die Fußzehen und Finger durch, ist körnig, fein, staubt, knirscht auf den Zähnen, beige...
  • Das Stroh - ist rau, piekst, duftet herrlich, raschelt, ist leicht, fliegt weg bei Wind, gelb...
  • Die Erde - ist staubig, warm, fein, braun....
  • Die Steine - sind schwer, unterschiedlich groß, unterschiedlich farbig, rau, kalt, glatt, kantig, rund, sie massieren die Füße, man kann sie in das Wasser fallen lassen....
  • Das Wasser - ist kalt oder warm, nass, spritzt, bewegt sich, säubert, reinigt, erfrischt, tut gut, klar, man Spiegelt sich darin....


Wo gibt es Sinnespfade
Waldorf und Kneipp arbeiten mit Barfuß-Sinnespfaden. Es gibt sie in Kneipp-Anlagen. In Waldorf Kindergärten. Kindergärten und Schulhöfe heben teilweise welche. Man findet sie in Kur und oftmals in Reha-Orten. In manchen Waldgebieten und Naturparks, Aber auch in Seniorenpflegeheimen finden sie anklang. 

Jetzt wünsche ich Euch Viel Spaß mit unseren Bildern...



Dies war unser Barfuß-Sinnespfad.

Ich habe noch vor einen fest stehenden Sinnespfad in unseren Garten zu bauen. Dieser kann dann immer mit unterschiedlichen Naturmaterialien befüllt werden. Wenn die Zeit es noch erlaubt dann bauen wir einen. Natürlich halte ich Euch auf dem Laufenden.

Verlinkt bei Caro www.naturkinder.com .

Herzliche grüße
Verena

Dienstag, 19. Mai 2015

Wenn das Kind mit Samenpackungen spielt

So sah das ganze noch kurz nach dem Säen aus.

Der Sohn hat vor Monaten mit Samenpackungen unbemerkt gespielt während der Vater verschiedenes vorzog. Jetzt sieht man auch was er gesät hat - Rucola, verschiedene Blattsalate, Pflücksalat, verschiedene Kräuter, Basilikum und ich denke es werden noch ein paar Blumen rauskommen. Die Bilder sind bereits vor ein paar Wochen entstanden und alles ist wieder gewachsen. Ernten wird man davon nicht viel können da natürlich alles viel zu eng aneinander steht -  wir lassen es stehen denn es ist das erste was unser Sohn gesät hat. Und es ist schön anzusehen, inmitten der Wiese.

Verena

Montag, 27. April 2015

Vom Nähe geben und "Mama-orientiertem-Kind"

Vom Schuben, Zahnen und Bedürfnisse befriedigen. Wir heißen dich Herzlich Willkommen 21.Lebensmonat und befinden uns damit mitten drin in der "Kindliche-Bedürfnisse-dürfen-nur-noch-von-Mama-befriedigt-werden-Phase". Seit knapp zwei Wochen befindet sich der Sohn in einer neuen Phase, ein neuer Entwicklungschritt, ein neuer Schub und er zahnt nebenbei dazu. An für sich erst mal nichts Ungewohntes, sondern eine bekannte Situation. Mit einem kleinen Unterschied - nur Ich darf zur  Zeit seinen Bedürfnissen nachkommen, nur Ich darf ihnen gerecht werden, nur Ich darf sie befriedigen, nur Ich - sonst keiner. Der Vater ist seit diesem Entwicklungsschritt abgeschrieben. Somit möchte der Sohn, dass alle seine Bedürfnisse von mir erfüllt werden. Das ich ein bedürfnisorientierter Elternteil bin steht außer Frage, ich erfülle alle kindlichen Bedürfnisse die mein Sohn benötigt. Er wird langzeitgestillt, er wird getragen, schläft mit uns im Familienbett, wir gehen auf seine Wünsche ein, wir respektieren seine Bedürfnisse und geben ihm die Nähe die er benötigt. Sobald er krank ist, schubt oder zahnt ist er immer eher "Mama-orientiert", aber es war bisher noch nie vorher so - das er ausschließlich "Mama-orientiert" ist. Dies ist jedenfalls unsere aktuelle Situation. Der Sohn isst nur noch gemeinsam mit mir, er stillt mehr als sonst und fast ausschließlich, der Sohn möchte sich nur noch von mir wickeln lassen, nur ich darf ihm beim an- und ausziehen behilflich sein, nur ich darf ihn bettfertig machen, er badet nicht mehr mit dem Vater, er kuschelt überwiegend mit Mama und auch ich begleite ihn in den Schlaf ( wobei Letzteres schon immer nur durch mich stattfand ). Sobald der Vater auch nur versucht etwas davon zu tun, gibt es großes Geschrei. Der Sohn schreit dann lauthals nach mir "Neiiiin Mamaa" und sagt somit dem Vater ganz klar das nicht er ihm behilflich sein darf, sondern ich, allein.  

Bedürfnisorientierte Erziehung bedeutet für mich das alle Bedürfnisse in der Familie erfüll werden sollten, aber auch das alle Bedürfnisse jedes Familienmitgliedes gleichzusetzen sind. Bei bedürfnisorientierter Erziehung oder auch Attachment Parenting genannt, steht das Gleichgewicht im Vordergrund. Die Bedürfnisse aller sollten beachtet und geachtet werden. Niemand sollte sich aufopfern. Wichtig ist, dass es allen in der Familie gut geht. Aber es geht auch viel um Respekt, Grenzen achten und um Nähe. 

Unsere aktuelle Situation, ich nenne es mal "Kindliche-Bedürfnisse-dürfen-nur-noch-von-Mama-befriedigt-werden-Phase" kann sehr wohl anstrengend sein. Bereits im Vorfeld habe ich meinem Sohn sehr viel Nähe gegeben, durch diese neue Situation fordert er aber noch viel mehr Nähe an, sodass er im Prinzip ununterbrochen nach mir verlangt. Diese Nähe, die er sich aktuell einfordert gebe ich ihm aber komme dabei selbst etwas zu kurz. Mit dem Gedanken daran das ich weis, es ist nur eine Phase die schnell vorüber geht - ist es leichter umzusetzen, ist es einfacher zu akzeptieren und es lässt mich gelassener sein. 

Natürlich leidet in der Zeit der Haushalt und es wird immer nur das Nötigste erledigt. Natürlich leidet meine Freizeit denn an freie Zeit ist aktuell nicht zu denken und auch die Zeit als Paar leidet seit wenigen Tagen darunter - das der Sohn aktuell besonders viel Nähe, Geborgenheit, Liebe und Zuwendung durch mich einfordert. In solchen Phasen stillen wir wieder voll und jegliches Essen wird verweigert. Das Gleichgewicht ist auf meiner Seite der Waage etwas weiter unten, der Sohn dafür weit oben. Bedürfnisorientiert bedeutet für mich aber auch meinem Sohn in solchen Situationen das zu geben was seinem Bedürfnis entspricht - und wenn er häufiger als sonst gestillt oder getragen werden möchte, oder sehr viel Kuscheleinheiten durch mich benötigt, wenn er einfach daliegen möchte und meine Nähe spüren möchte dann gebe ich meinem Sohn die Nähe die er benötigt. Und in ein paar Wochen ist er nicht mehr nur "Mama-orientiert", hat diesen Entwicklungsschritt durch viel Nähe und Geborgenheit durch mich überstanden mit dem Wissen - das ich für ihn da war und auch weiterhin für ihn da bin.


Verena