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Mittwoch, 9. September 2015

Herz an Herz

10 Monate trug ich dich in mir - unter meinem Herzen. Ich hielt dich geborgen, warm und passte auf dich auf. Ich beschütze dich, hatte Angst um dich und trug dich ganz nah unter meinem Herzen. An einem heißen Sommermorgen kamst du in unsere Familie. Die Verbindung durch die Nabelschnur bestand nicht mehr, aber wir waren weiterhin durch ein unsichtbares Band verbunden. Als ich dich, mein Sohn, das erste Mal sah und in den Armen hielt wusste ich - was bedingungslose Liebe heißt, denn  du hast mich ab dem ersten Moment bedingungslos geliebt und ich dich. Ab diesem Moment schlug mein Herz in deinem Körper, wir waren noch immer verbunden - wir waren eins. 

Den ersten Tag verbrachtest du auf mir und meinem Körper. Du wurdest gestillt, gekuschelt, gestreichelt, geküsst. Du schliefst auf und neben meiner Brust. Das Beistellbettchen benutzen wir nicht, du schliefst bei uns im Familien-Krankenhaus-Bett. Dein kleiner warmer Körper war ganz nah an meinem, wir kuschelten uns aneinander so dass kaum Luft zwischen uns passte. Ich atmete deinen wundervollen, ganz besonderen Duft ein und hielt dich ganz feste - die ganze Nacht. Deine kleinen Hände umschloss ich mit den meinen, dein Kopf lag an meinem Herzen und deine kleine Nasenspitze roch den Duft meiner süßen Muttermilch. Die ganze Nacht und die ganzen Tage im Krankenhaus verbrachten wir Haut an Haut, Körper an Körper und Herz an Herz gemeinsam zu dritt. 

Wir wurden in die große Welt entlassen und ich durfte dir endlich unsere - deine neue Welt vorstellen. 10 Monate kanntest du nichts anderes als den dir so bekannten, lieb gewonnenen, warmen, dunklen, geborgenen Ort in dem du getragen wurdest. Plötzlich war alles anderes, vollkommen neu und fremd für dich. Es war kalt, grell, hell, laut und unbekannt für dich. Diese neue Welt war dir nicht geheuer und am liebsten wärst du wieder in deiner warmen Blase. Ich bin da für dich. Die ersten Tage wurden zu Wochen und zu Monaten. Noch immer schliefst du an und neben meiner Brust, tagsüber wie nachts. Wir verließen das Bett oder die Couch nur um auf die Toilette zu gehen, etwas zu essen und um zu duschen, sonst war da nichts - außer wir zwei. Wir zwei kuschelten die gesamten Tage, Wochen und Monate. Ich erzählte dir, ich sang mit dir, las dir vor und sprach mit dir. Wir beschäftigten uns gemeinsam und spielten miteinander. Wir hatten immer Körperkontakt, schenkten uns gegenseitig Liebe, Nähe, Geborgenheit und Wärme. Es gab nicht viel zu erledigen. Im Haushalt wurde das nötigste gemacht, du sahst mir dabei zu aus deiner Trage oder schliefst oder du warst während dessen mit Haushaltsgegenständen beschäftigt. Wo immer wir waren, trug ich dich weiterhin bei mir - ganz nah an meinem Herzen. Ich trug dich bei der Hausarbeit, beim Spaziergang, im Cafe´, ich trug dich im Garten und bei Verwandten, in deiner Trage. Ich trug dich 10 Monate in mir und nach deiner Ankunft weiter durchs Leben. 


Mit dem Tag deiner Geburt wurdest du aus deiner kleinen geborgenen Welt gerissen, deine Welt wurde zwar zu einer anderen doch die Wärme, Liebe, Geborgenheit und Nähe war noch immer die gleiche. Ab dem ersten Tag deiner Geburt habe ich dich beschützt, auf dich Acht gegeben und dir all meine Liebe geschenkt. Ich habe dich ernährt mit meiner süßen Muttermilch, dich getragen, dich gewärmt und für dich gesorgt. In dieser Zeit hast du auf mir und meinem Mutterkörper gelebt. Wir waren ab dem ersten Tag eine Einheit und schenkten uns gegenseitig Nähe und Geborgenheit. Ich war für dich da als du mich gebraucht hast und gab dir weiterhin das was du benötigt hast und gewohnt warst. Ein halbes Jahr verging so, Herz an Herz.

Du wurdest mobiler und selbstständiger. Du fingst an zu krabbeln, konntest früh laufen und entdecktest deine Welt voller Tatendrang, mit jedem neuen Tag. Du wurdest selbstständiger und groß, doch an deinen Kuscheleinheiten, Stillmahlzeiten, Tragezeiten und an Mamas-Körper-Schlafzeiten hat sich nichts geändert. Noch immer bist du sehr verschmust und suchst meine Nähe so oft wie möglich, dass ist schön weil ich es auch genieße. Unsere Beziehung ist sehr innig, sehr liebevoll und vor allem geborgen. Mittlerweile bist du 2 Jahre alt und ein sehr selbstbewusster, selbstständiger Junge voller Energie. Mit jedem neuen Tag wirst du größer und mit jedem neuen Tag wird mir klar wie schnell unsere erste kostbare Zeit vergangen ist. Kostbar und absolut einmalig. Du brauchst meine Hilfe immer seltener, genau wie meine Muttermilch und die Kuscheleinheiten - doch der gemeinsame Schlaf ist uns geblieben und die Erkenntnis, dass unsere erste Zeit, Herz an Herz, die kostbarste Erfahrung und das schönste Erlebnis  in meinem Leben war - durch Dich mein Sohn. 

Erst lebtest Du in mir.
Danach auf mir und meinem Mutterkörper.
Heute lebe ich mit Dir.
Herz an Herz.
Mein Herz in Deinem Herzen, 
Dich auf Deinem Weg begleitend.

Verena 

Montag, 7. September 2015

Gemeinsame Rituale in der Schwangerschaft

Schwanger zu sein ist nicht nur für die werdende Mutter ein großes Abenteuer, sondern ebenfalls für den Partner, den werdenden Vater und aber auch für das Geschwisterkind. Die Schwangerschaft und damit verbunden die schönsten Erlebnisse werden gemeinsam (mit dem Partner) miteinander erlebt. Bereits in meiner ersten Schwangerschaft 2012 hatten wir gemeinsame Rituale, diese führen wir auch in meiner aktuellen Schwangerschaft mit Zwillingen wieder aus. 

Rituale entstehen im Verlauf des Zusammenlebens, der Partnerschaft und während der Schwangerschaft aufgrund bestimmter, aber auch zufälliger Ereignisse oder sie entwickeln sich im Alltag durch verschiedene Handlungsmuster. Wenn sich diese als sehr angenehm und wohltuend anfühlen kann man sie regelmäßig, und unregelmäßig wiederholen. Ein Ritual ist demnach eine vom Paar gemeinsam entwickelte symbolische Handlung, welche täglich zu einer bestimmten Zeit, unregelmäßig, oder auch eine einmalige Handlung welche vom Paar gemeinsam ausgeführt und wertgeschätzt wird. Gemeinsame Rituale speziell während der Schwangerschaft,  verbinden, sie sind wohltuend, bereiten Freude und  man baut durch sie eine innere Verbindung zu dem Bauchbewohner auf. Sie schaffen Nähe, die Empfindungen werden gestärkt, das Paar erlebt durch sie viele positive Momente und Erlebnisse. Die Beziehung wird verstärkt und geht in die Tiefe, während dieser Zeit konzentriert man sich voll und ganz auf den Bauchbewohner und aber auch auf sich. Auch bilden sie einen Freiraum für Zweisamkeit, sie bereiten auf die Elternrolle vor und dienen als Stresspuffer. Die Rituale dienen aber auch dazu zu sich selbst und seiner inneren Mitte zu finden, mit sich eins zu werden, es dient der Kontaktaufnahme zu dem Bauchbewohner/den Bauchbewohnern und festigt die Mutter-Kind-Beziehung bzw. die Eltern-Kind-Beziehung. Rituale ordnen das Handeln der Paarbeziehung in seiner Wirklichkeit. Sie geben dem Paar so Sicherheit, Ruhe, Gelassenheit, Beständigkeit und Bindung bzw. eine Verbindung. 

Gemeinsame Rituale in und während der Schwangerschaft sind für uns nicht mehr wegzudenken. Sie gehören für uns genauso dazu - wie der Bauch der stetig wächst. Sie schaffen wundervolle positive Erlebnisse, an die wir uns noch lange nach der Geburt der Kinder zurück erinnern. Sie besitzen einen Zauber der sich mit nichts anderem vergleichen lässt. Manche Rituale führen wir täglich durch, andere unregelmäßig und wieder andere einmalig - was zählt ist die gemeinsame Zeit und der gemeinsam erschaffene Moment. Die folgenden Rituale, sind Rituale die wir persönlich während der Schwangerschaft pflegen, in regelmäßigen und unregelmäßigen Abständen. 


Den positiven Schwangerschaftstest aufheben, fotografieren, einkleben.
Eine der wenigen Erinnerungen, wenn nicht sogar die kostbarste Erinnerung aus der Schwangerschaft - ist der positive Schwangerschaftstest. Ich besitze noch immer den Test aus meiner ersten Schwangerschaft genau wie diesen aus der aktuellen. Dieser wird aufgehoben, entweder in einer kleinen Kiste die später einmal die Kinder bekommt, eingeklebt in ein Fotoalbum oder in einen kleinen Bilderrahmen. Von beiden Schwangerschaften gibt es auch Bilder des abfotografierten Tests - diese wurden in Fotoalben geklebt und befinden sich auf der externen Festplatte. Dieses Bild war das erste welches ich mit meinem Tablett nach dem positiven Testen schnell abfotografierte, um es meiner Freundin zu schicken. Der positive Schwangerschaftstest ist für uns etwas ganz besonderes.

Alle Untersuchungen beim Frauenarzt - werden gemeinsam unternommen.
In der ersten Schwangerschaft gab es keinen verpassten Termin, jeder Termin, jede Ultraschalluntersuchung wurde gemeinsam unternommen. Auch diesmal handhaben wir es genauso. Nach Möglichkeit lege ich alle Termine so früh oder so spät wie möglich, um sie gemeinsam wahrzunehmen - alle drei zusammen oder wir zwei alleine. Bisher war der Sohn bis auf einmal immer dabei. Es ist für uns das Größte unser neues Baby-Zwillings-Glück gemeinsam zu erleben und für meinen Mann wäre es ein Weltuntergang auch nur einen Termin zu verpassen. Dieses Ritual des gemeinsamen Arztbesuches und der gemeinsamen Ultraschalluntersuchungen, ist für uns mit Abstand das Schönste Ritual während der Schwangerschaft. 


Ein gemeinsames Frühstück/Mittag-Abendessen - nach jeder Ultraschalluntersuchung.
Je nachdem zu welcher Zeit wir eine Untersuchung hatten, gehen wir nach jeder Untersuchung etwas essen. Auch dies ist ein Ritual welches wir aus der vorherigen Schwangerschaft übernommen haben. Wir gehen entweder ausgiebig Frühstücken, essen zu Mittag oder gehen Abendessen, zu dritt mit unserem Sohn, oder zu zweit wenn der Sohn bei Oma oder Opa ist. Dies tut einfach gut. Während dessen sprechen wir über unseren Termin, unsere beiden Babys, unsere Erlebnisse und unsere Gedanken. In dieser Zeit sind wir zu 100% bei unseren Zwillings-Bauchbewohnern und erleben die gesamte Untersuchung zudem Revue. Es ist ein Ritual, welches wir absolut lieb gewonnen haben und sei die Zeit auch noch so kurz, weil der Partner schnell auf die Arbeit muss. Zeit für einen Tee und ein kleines Frühstück bleibt immer. Alle Eindrücke müssen und wollen schließlich gemeinsam erlebt und verarbeitet werden - dafür bietet sich ein gemeinsames Frühstück/Mittag-Abendessen nach den Untersuchungen bestens an.

Babybauchbilder in jedem Schwangerschaftsmonat machen, ausdrucken, Fotoalbum erstellen.
Jeden neuen Schwangerschaftsmonat fotografieren wir meinen Babybauch, wenn es auch mal vorkommt das ein Monat vergessen wird so nehme ich es mir diesmal vor. Solch ein Fotovergleich des Babybauchs ist auch für später schön anzusehen. Dazu kommt das meine Bauchkugel durch die Zwillingsschwangerschaft diesmal viel schneller wächst. Später kann man sie ausdrucken oder online ein Fotobuch bestellen - ein Schwangerschafts-Erinnerungs-Album, an eine ganz besondere Zeit.


Quality Time für den Sohn.
Gerade in der zweiten Schwangerschaft ist es besonders wichtig mit dem Erstgeborenen viel Zeit zu verbringen, schließlich wird dies unsere letzte Zeit zu dritt sein - danach sind wir zu 5. Ich versuche so viel wie möglich Zeit mit ihm zu verbringen und auch noch viele Unternehmungen mit ihm alleine zu verbringen, ohne den Vater. Zeit die ausschließlich für uns beide bestimmt sein soll. Mutter-Sohn-Zeit. Uns wird es als Familie nie wieder so geben und auch unser Sohn wird mich nach der Geburt der Zwillinge teilen müssen. Ich werde nicht mehr ausschließlich für ihn da sein können, weil es dann zwei kleine weitere Menschen in unserer Familie geben wird. Mir wird aber auch die Zeit mit ihm alleine unglaublich fehlen, schließlich waren wir über 2 Jahre ein unschlagbares Team. Ich hoffe ich kann meinem Sohn während der Schwangerschaft noch so viel Mama-Quality-Time schenken wie es nur möglich ist auch damit, der Start mit den Zwillingen, etwas leichter für ihn werden wird. Ich genieße die Zeit.


Das Ritual - Kuchen essen gehen.
Ja, was soll ich sagen. Wir sind alle drei absolute Schleckermäulchen und total Kuchenverrückt. Der Sohn bekam den Kuchen in meiner Schwangerschaft bereits über die Nabelschnur und liebt ihn heute abgöttisch, genau wie wir bzw. ich. Mein Mann darf durch sein Diabetes nicht so essen wie er gerne würde, aber das hält mich ja nicht vom Kuchen essen ab. Dies ist ein Ritual welches wir unregelmäßig durchführen, einfach nach Lust und Laune wenn uns danach ist - es hat aber dennoch einen festen Bestandteil in meiner Schwangerschaft. In der Ersten, wie jetzt auch.

Der Mann kocht für mich.
In der letzten Schwangerschaft hat mein Mann täglich für mich gekocht und mir jeden Tag frische Salate und Obstsalate bereits gestellt. In der Regel koche ich bzw. wechseln wir uns mit dem Kochen ab. Ich hoffe ich komme auch in dieser Schwangerschaft des öfteren in den Genuss, dass mein Mann für mich und die Bauchzwerge kocht. 


Gemeinsame Familien-Ausflüge während der Schwangerschaft.
Familienausflüge tätigen wir oft, aber gerade während der Schwangerschaft unternehmen wir noch mehr als sonst. Dazu kommt das wir noch so viel wie möglich zu dritt unternehmen möchten bevor die Zwillinge in unsere Familie kommen. Nie wieder werden wir jemals noch einmal zu dritt sein, dies muss voll und ganz ausgeschöpft werden.


Quality-Time mit Opa und Oma.
Auch die Zeiten mit Opa und Oma sind aktuell sehr heißt begehrt bei dem Sohn. Er fordert sich diese Zeiten ganz bewusst ein und möchte von sich aus Zeit mit beiden, getrennt voneinander, verbringen. So unternimmt der Sohn alleine mit Opa, oder alleine mit Oma immer mal wieder 1-3 Stunden etwas bzw. besucht sie einfach, ohne mich. Dies war vor seinem 2.Lebensjahr noch nie so, wir Eltern waren immer dabei. In der Zeit kann ich etwas entspannen, was mir während der Schwangerschaft auch sehr gut tut. Gewöhnen musste ich mich auch erst daran, Zeit ohne meinen Sohn zu verbringen.

Mit den Bauchzwergen sprechen und die Hände auflegen.
Dies ist ein Ritual welches wir täglich machen - mit den beiden Bauchzwergen sprechen. Ich tue dies meist zur gleichen Zeit und auch in bestimmten Situationen spreche ich zu meinen Bauchzwergen. Immer dann wenn ich selbst versuche zur Ruhe zu kommen und entspanne, aber auch am Morgen und vor dem Schlafen gehen. Mein Mann spricht auch immer wieder mit den Bauchzwergen, streichelt dabei über meinen Bauch, manchmal singt er sogar - allerdings sind das weniger Lieder die man einem Kind vorsingt :) Und natürlich spricht auch unser Sohn beinahe täglich mit den Zwillings-Zwergen. Er legt dann seinen Kopf auf meinen Bauch und sagt ihnen "Hallo Baby Neu" oder auch "Nacht Baby" usw. - dann bekommt meine Bauchkugel meist noch einen dicken Kuss von meinem Sohn. Dabei hüpft mein Herz wie wild im Dreieck. Es ist unfassbar schön anzusehen und zu spüren wie liebevoll meine beiden Männer mit den Zwillings-Zwergen umgehen. 

Einen Gipsabdruck vom Babybauch machen und bemalen.
Genau wie der Schwangerschaftstest der aufgehoben und als Erinnerung für nach der Schwangerschaft dient, ist ebenso der Gipsabdruck eine Erinnerung für nach der Schwangerschaft. Sowohl bei der ersten, als auch jetzt wieder werden wir im 2. Drittel der Schwangerschaft einen Abdruck meines Baches machen. Wenn dieser getrocknet ist kann er an einem weiteren gemeinsamen Abend zusammen (oder zu dritt mit dem Sohn) bemalt werden.

Den Babybauch täglich einölen.
Meinen Bauch öle ich täglich ein, morgens nach dem aufstehen bzw. nach dem Duschen und abends vor dem Zu-Bett-gehen. Dies ist ein besonders schönes Ritual welches mich absolut mit meinen Bauchzwergen verbindet, zu meiner inneren Mitte finden lässt und mich vollkommen auf die Schwangerschaft konzentrieren lässt. Es entspannt, gleicht mich aus und lässt mich für einen kurzen Moment zur Ruhe finden. In dem Moment bin ich absolut mit meinen Zwillings-Bauchzwergen verbunden - dies ist ein sehr kostbarer, unbeschreiblicher Moment -  nur für uns Drei.

Das waren unsere Familien-Rituale in und während der Schwangerschaft. Es werden sicherlich noch weitere hinzu kommen. An der Stelle würden mich Eure Rituale in der Schwangerschaft interessieren. Schreibt mir doch einfach in einem Kommentar, ich würde mich freuen und bin gespannt auf Eure Rituale.

Alles liebe Verena 

Mittwoch, 2. September 2015

Der Familie die Zwillingsneuigkeit verkünden - so wars bei uns

"Herzlichen Glückwunsch Mama und Papa ihr werdet wieder Großeltern". 
"Herzlichen Glückwunsch Schwiegermutter, aus eins mach drei". 
"Wir sind wieder schwanger." oder
"Ich werde großer Bruder". 

So, oder so ähnlich könnte man die Neuigkeit der 2.Schwangerschaft seiner Familie mitteilen. Je nachdem wie bereits die erste Schwangerschaft verkündet und von der Familie aufgenommen wurde , entscheidet man sich hier entweder wieder für den gleichen Weg von damals oder für einen neuen. Damals teilten wir mit großer Freude die Neuigkeit ähnlich mit wie oben beschrieben. Die Familie saß beisammen, sowohl meine Gesamte als auch die Gesamte meines Mannes, natürlich getrennt voneinander da beide Familien 230 km voneinander entfernt wohnen. So überbrachten wir damals die Neuigkeit.

Diesmal entschieden wir uns dafür es nicht einfach auszusprechen sondern ihnen eine kleine Kiste zu überreichen und die Reaktionen abzuwarten, Man zähle langsam. Drei, zwei, eins - Freude. Aber beginnen wir von vorne. Man stelle sich vor, man hält einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand und die Gefühle drehen so richtig durch, alles auf einmal und von jedem Gefühl ein klein wenig dabei - Freude, Glück, Angst, Überforderung, Vorfreude. Dann der Termin bei der Frauenärztin, der abläuft wie sonst, mit dem kleinen aber feinen Unterschied das es sich nicht um ein Kind handelt sondern "Wie es aussieht bekommen sie zwei Kinder, ich sehe zwei Dottersäcke", hörte ich mit leiser Stimme meine Ärztin sagen. Rumpfs, das hat gesessen bei uns beiden, aber so richtig. Und ja, man ist anfangs geschockt. Kein Wort beschreibt es besser als das Wort - SCHOCK. Schließlich hat man absolut nicht damit gerechnet. Aus dem Schock entwickelte sich Freude. 

Einer unserer ersten Gedanken war auch, wie werden unsere Familien darauf reagieren. Werden sie sich freuen oder anders reagieren wie wir es uns wünschen würden? Wir entschlossen uns dafür es diesmal nicht einfach auszusprechen sondern ihre Reaktionen abzuwarten. Die gesamte Familie und Freunde wurde zu uns eingeladen, wir saßen bei Sonnenschein und selbst gebackenem Kuchen unterm Birnenbaum, der Zwerg spielte in seinem Sandkasten und hüpfte mit seiner Tante und seinem Onkel auf dem Trampolin - quietsch vergnügt. Der Moment war einfach perfekt, der Tag war perfekt und die Neuigkeit war es sowieso. Die Stimmung war ausgelassen und alle waren hervorragend gelaunt. Nach dem der Kuchen verspeist wurde, holten wir im Haus unsere kleine, vorbereitete Überraschungskiste und ging mit ihr wieder zurück in den Garten. 

In der Überraschungskiste befanden sich:  4 Ultraschallbilder,  jeweils 2 von jedem Baby. Eines des Babys und eines der Herztöne. Die 4 Ultraschallbilder heftete ich mit einer Holz-Wäscheklammer zusammen, so dass man nur ein Ultraschallbild sah. Daran befestigt, war ein kleiner Zettel in Herzform mit den Worten darauf  "Hallo Baby Neu" - der erste gesagte Satz unseres Sohnes. Als Zeichen für die beiden Babys lagen zwei identische Spieluhren darin. Wir legten allerdings nur eine Spieluhr herein und die zweite befand sich in der Hosentasche meines Mannes. Auch die Ultraschallbilder wurden deshalb extra zusammen geheftet.

Zurück im Garten saßen alle wieder am Tisch. Ich zückte meine Kiste hervor und sagte der Familie und den Freunden, dass sich in dieser Kiste etwas für alle zusammen befinden würde. Die Kiste gab ich dann kommentarlos der Schwiegermutter, sie durfte als erste hineinsehen bzw. deren Inhalt herausholen. Wir Eltern setzten uns wieder zurück an den Tisch und warteten. Diesen Moment werde ich echt niemals vergessen. Die Schwiegermutter versuchte so in die Kiste zu blicken das es kein anderer sah, natürlich war die Reaktion einfach nur genial - dann reichte sie die Kiste kommentarlos weiter. Beim zweiten angekommen, war natürlich allen klar was sich in der Kiste befand. Alle schauten sich etwas verwirrt an, dann uns, bis die erste rief "ist es das was ich denke?", "Ist das ein aktuelles Ultraschallbild?". "Jaaaaaa. Jaaaaaaa das ist es." Jubelrufe, Gekreische. Alle sprangen vor Freude auf und umarmten uns, mich zuerst und dann meinen Mann. Ein paar Freudentränen liefen die Wangen herunter und auch jetzt wenn ich dies schreibe kommt in mir wieder dieses unglaublich schöne und einmalige Gefühl von diesem Moment wieder hoch. Der Moment war absolut perfekt. Aber dies war ja erst die halbe Überraschung. Der Mann holte den zweiten Frosch aus seiner Hosentasche und legte ihn in die Kiste ,zu dem anderen Frosch, mit den Worten "Da fehlte noch etwas kleines, jetzt ist die Kiste vollständig". <3 Man zähle. Drei, zwei, eins - "Waaaaaaaaaaaas Zwillingeeeeeeee, wirklich oder verarscht Ihr uns?" Meine Freudentränen, mein Grinsen und der kleine Klos in meinem Hals sagte alles. Und plötzlich weinten ein paar mit. Die Freude war riesig, der Schock war es auch, alle umarmten wir uns noch einmal. Es war lustig anzusehen, denn man sah richtig wie es in den Köpfen ratterte. Der Moment in dem die Familie und Freunde begriffen, dass es zwei Kinder sind - war mit Abstand, mit keinem anderen zu vergleichen. Die Überraschung saß und ist genau so geglückt wie wir es gehofft hatten. Auch mein kleiner Plan, alle anderen so richtig zu "schocken, im positiven Sinne" ging auf. Schließlich sollten sie genau so überrascht werden wie wir es wurden - dies ist uns absolut gelungen. 

Ein unbeschreiblich schöner Tag und ein unbeschreiblich schönes Erlebnis. Danke, dass Ihr diesen Tag dazu gemacht habt.

Eure Verena 

Wie habt Ihr Eure 2.Schwangerschaft verkündet oder wie habt Ihr Eure Zwillingsschwangerschaft verkündet? Schreibt mir gerne in einem Kommentar, ich freue mich von Euch zu lesen.

Freitag, 28. August 2015

Unsere Zwillinge sind - eineiig oder zweieiig ?

Heute war wieder FA-Termin. Zwei Wochen ist die letzte Untersuchung her und in der Zeit sind die Zwillinge um das doppelte gewachsen. Wir sahen heute sogar wie sich beide Babys bewegten. Wow, dieses Gefühl ist einfach bei jeder neuen Schwangerschaft absolut unglaublich. Baby Nr.1 auf der linken Seite, bewegte seine Beine und kleinen Füßchen. Baby Nr.2 auf der rechten Seite, bewegte seine beiden Arme und streckte diese immer und immer wieder - hoch in die Luft, als würde es jubeln. Allen Grund zum jubeln hatten die Babys und wir, denn wir bekamen heute noch einmal mitgeteilt ob es sich um eineiige oder um zweieiige Zwillinge handelt. Bereits vor zwei Wochen fragte ich nach, dort erkannte man es bereits aber ich hab da wohl irgendwas falsch verstanden und war der Annahme dies würde/könnte sich noch einmal ändern, falsch gedacht wie gesagt. 

Trommelwirbel. Jubel und Freudentränen - unsere Zwillinge sind eineiig. Wir bekommen eineiige Zwillinge. Ich kann gar nicht richtig in Worte fassen was dies für uns Eltern bedeutet, es ist absolut unfassbar und wir sind so überglücklich darüber. Das Glück wäre aber auch nicht weniger gering wenn sie zweieiig wären, um es an dieser Stelle gleich zu sagen. Wow, eineiig also. Sie werden gleich aussehen, sie werden ähnlich denken, sie werden ähnliche Vorlieben und Hobbys anstreben, man wird sie schwer voneinander unterscheiden können ( dies stelle ich mir bei der Familie auch echt lustig vor ) , sie werden das gleiche Geschlecht haben, die gleiche Blutgruppe und eine gleiche Erbanlage. Der Gedanke, dass da zwei  gleich aussehende wunderbare  Geschöpfe -  in meinen Armen liegen, an meiner Brust trinken, in meinem Bett schlafen und mich anblicken ist gigantisch und ich Platze vor Freude. Als wir erfuhren, dass wir mit Zwillingen schwanger sind hegten wir beide den absoluten Wunsch nach eineiigen Babys. Dieser hat sich nun erfüllt. Es ist und bleibt für uns ein absoluter Segen. Ich strahle heute vor Glück wie ein Honigkuchenpferd, hab ich mir doch immer gewünscht in meiner ersten Schwangerschaft mit eineiigen Zwillingen schwanger zu werden, aber die zweite Schwangerschaft tut es auch ;)

Der Unterschied - zwischen eineiig und zweieiig
Wer sich nun nicht ganz mit dem Thema beschäftigt hat und nicht genau weiß worin der Unterschied liegt, dem versuche ich es kurz zu erklären. 

Wenn zwei Eizellen gleichzeitig heran reifen und von verschiedenen Samenzellen befruchtet werden entstehen zweieiige Zwillinge. Genetisch gesehen sind diese wie normale Geschwister. Hier hat jeder Fötus eine eigene Plazenta (dichorial) und eine eigene Fruchthöhle (diamniot), 

Bei eineiige Zwillinge dagegen wo sich die Eizelle nach vier bis sieben Tagen nach der Befruchtung teilt, haben beide Föten eine gemeinsame Plazenta (monochorial). Dies lässt sich in den meisten Fällen nur ganz früh erkennen, vor der 12.Schwangerschaftswoche sieht man es am besten. Mit absoluter Sicherheit handelt es sich um eineiige Zwillinge wenn sie nur eine gemeinsame Fruchthöhle (momoamniot) und sich eine gemeinsame Plazenta teilen - dies ist bei uns der Fall. Unsere Zwillinge liegen in einer Fruchthöhle, haben nur eine Plazenta aber dafür zwei Fruchtblasen. Es gibt ja auch Zwillingsschwangerschaften mit nur einer Fruchtblase. Zwei Fruchtblasen sind übrigens ein gutes Zeichen und verursachen im späteren Verlauf der Zwillingsschwangerschaft "weniger" Probleme als mit nur einer gemeinsamen Fruchtblase. Damit hat sich unsere Eizelle nach mehr als 8 Tagen geteilt. Teilt sich die Eizelle erst nach dem 12.Entwicklungstag so entstehen siamesische Zwillinge, die Wahrscheinlichkeit dafür liegt aber nur bei 1:45.000.

Risikoschwangerschaft - Zwillingsschwangerschaft
Hinzu kommt das Mehrlingsschwangerschaften wie Zwillings, Drillings oder weitere als Risikoschwangerschaften eingestuft werden. Unsere Schwangerschaft ist also eine Risikoschwangerschaft. Dies bedeutet, dass das Risiko von Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt größer ist als bei einer Normalen Schwangerschaft. Es bedarf daher einer intensiven Begleitung und Überwachung, es gibt mehr Arztbesuche, die Schwangerschaft muss auch durch Pränatale Diagnostik untersucht werden, es wird häufiger geschallt und auch die Durchblutung und das Gewicht der beiden Föten werden intensiv überwacht. Denn es kann häufig passieren, dass ein Fötus dem anderen etwas nimmt, sich eines besser entwickelt und es dadurch dem anderen am Wachsen und der Gewichtsaufnahme hindert. Auch ist das Thema Frühgeburt sehr präsent in einer Zwillingsschwangerschaft mit eineiigen Zwillingen wie bei uns.... aber dazu folgt vielleicht ein gesonderter Artikel.

Ich werde Euch weiter auf dem Laufenden halten und freue mich, dass Ihr mit uns gemeinsam die Zwillingsschwangerschaft erlebt. 

Eure Verena mit den zwei Bauchzwergen.