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Sonntag, 15. März 2015

Über Facebook-Gruppen: Eltern macht es euch gegenseitig nicht so schwer

Ein Thema was mich persönlich derzeit ziemlich nervt, sind diverse Facebook-Gruppen und deren Eltern-Zickereien untereinander. Falls Ihr zu den Personen gehört, die keinen Facebook-Gruppen beigetreten sind, könnt ihr euch manchmal glücklich schätzen und diesen Blog Beitrag getrost überlesen. Falls ihr aber auch in diversen Gruppen Mitglied seid dann seid ihr hier genau richtig. Facebook verbindet, Facebook findet Gleichgesinnte. Im Großen und Ganzen bin ich ganz zufrieden mit meinen persönlich auserwählten Gruppen in denen ich bereits lange Mitglied bin. 

Die Gruppen sind so unterschiedlich und doch haben sie alle etwas gemeinsam - man trifft in ihnen Gleichgesinnte. Man hat gemeinsame Gesprächsthemen, es können dort persönliche Erfahrungen ausgetauscht werden, in den Gruppen kann man um Rat und Hilfe fragen ohne sich für irgendetwas zu schämen, freudige Erlebnisse können untereinander geteilt werden, es können Fragen gestellt werden auf diese man selbst keine Antwort kennt und die Erfahrungen von anderen Gleichgesinnten lässt einen selbst meist profitieren. Eigentlich eine Win-Win Situation für alle beteiligten in den Gruppen - wenn da nicht diese Eltern wären die jeden noch so positiven Post zu einem negativen werden lassen würden. Die anstatt mit positiven Worten und der Freude über Ereignisse lieber querscheißen und schreiben müssen wie schlecht dieses oder jenes doch sei. Personen die lieber ihren Finger erheben und überall ihren Senf zugeben müssen. Ja, der Spaß ist längst vergangen und so macht dies auch absolut keinen Spaß. Meine Gruppen Auswahl ist sehr unterschiedlich und seit ich Mutter bin, bin ich auch in zahlreichen Eltern-Kind-Gruppen in Facebook. In diesen Gruppen fällt mir das Negative Verhalten mancher Eltern besonders auf. In den Gruppen in denen sich Eltern tummeln und es um Kinder geht fliegen förmlich die Fetzen durch die Luft. Die Frage die ich mir ja stelle ist: Weshalb befindet man sich in einer Gleichgesinnten Gruppe in welcher man nur das negative zum Vorschein bringt. Alles und jedes Thema wird bis ins kleinste Detail auseinander genommen - bis wirklich nichts mehr übrig bleibt. Erst dann, wenn alle beteiligen sich so richtig in Rage geschrieben haben scheinen alle glücklich und zufrieden zu sein. Ist das also der Sinn solcher Gruppen?

Das lustige an der Sache ist das die Themen durch die Kommentare meist so ausarten - das es im Nachhinein völlig am eigentlichen Thema vorbei geht. Es kommt zu Grundsatzdiskussionen, in denen jedes Elternteil nur noch mit dem Finger auf sein Gegenüber zeigt. Das eigentlich angesprochene Thema ist plötzlich nicht mehr das Thema. Denn mehrere Unterthemen stehen auf einmal im Vordergrund und werden bis ins kleinste Detail diskutiert.  Die Person die um Rat gefragt hat bekommt dumme Sprüche und haufenweise Kritik um die Ohren gehauen, ist dadurch kein Deut besser beraten als vorher und schlägt sich nun auch noch mit Gewissensbissen rum. Ja oftmals löschen sich diese erwähnten Eltern die einmal um Rat gefragt haben auch direkt wieder selbst aus den Gruppen, das ist mir oft aufgefallen. Was will man auch anderes erwarten. Da wird man vielleicht zum ersten Mal Mutter, ist vielleicht völlig verunsichert und weis nicht genau wie das mit der 'Kinder-Erziehung' funktioniert. Man muss vielleicht erst einmal in seine neue Mutterrolle reinwachsen, man muss Erfahrungen machen - denn nur dadurch lernt man es. Vielleicht kommt noch dazu das man selbst nicht viele Freunde mit Kindern hat oder keinen Eltern Freundeskreis hat in dem die Kinder ähnlich erzogen werden. Demnach kann man also auch niemanden um Rat fragen außer man findet Gleichgesinnte. Wenn auf keinem persönlichem Wege dann vielleicht in solchen Gruppen. Ich persönlich habe mich immer gut aufgehoben gefühlt in diesen Gruppen, das tue ich auch heute noch. Ich mag es mich mit anderen Müttern auszutauschen die gleiche Interessen hegen. Ich mag es neues für mich zu entdecken und mich damit vertraut zu machen. In diesen Gruppen bekomme ich oftmals Informationen und Erfahrungen von anderen Eltern die ich mir positiv zu Nutze mache. Aber derzeit wird in vielen Gruppen nur noch gezickt, ermahnt, es wird sich gegenseitig runtergemacht, es gibt Regeländerungen, es dürfen nur noch Themenbezogen Fragen gestellt werden und diese negative Haltung nimmt eindeutig Überhand. Es bereitet keinen Spaß, so nicht. 

An dieser Stelle möchte ich Euch noch ein paar handfeste Beispiele geben. Damit man vielleicht versteht worauf ich hinaus will und weshalb ich so genervt durch Facebook-Gruppen bin. So geht es tatsächlich in Eltern-Kind-Gruppen in Facebook zu! Alle beschriebenen Beispiele handeln nicht von mir und es werden auch keine direkten Gruppennamen genannt.

Gruppe -  für Familienbett
Thema: Wie mache ich mein Familienbett fürs Baby rausfallsicher.
Wenn Mütter diese Frage stellen bekommen sie oftmals viele Antworten meist am Thema vorbei, aber auch hilfreiches ist dabei. Ich persönlich habe auf diese Frage immer den Tipp gegeben das ich meinem Sohn bereits im Krabbelalter gezeigt habe wie er sich rückwärts selbst aus dem Bett befördern kann-demnach fallen Babys nicht einfach aus dem Bett, also eine hilfreiche Antwort die auch andere gerne geben. 
No Go Antworten dazu sind gerne: Das FB ist kein Knast, bloß keine Gitter, es wird darüber diskutiert wie alt das Kind ist und weshalb es noch nicht krabbeln kann, jeder profiliert sich selbst darin wann ihr Kind allein rückwärts aus dem Bett kam usw.

Gruppe - für Stillen
Thema: Eine Mutter teilt ihre Freude darüber das sie ihr Kind nun 18 Monate nur durch abpumpen gestillt hat und freut sich darüber das sie dies so lange durchgehalten hat.
Statt in diesem Fall der Mutter seinen größten Respekt auszusprechen, dafür das sie ihrem Kind 1 1/2 Jahre das Stillen ermöglicht hat hagelt es negative Kommentare wie: weshalb verzichtest du nicht auf das Stillen, das abpumpen sei nicht gut schon gar nicht über solch einen langen Zeitraum, an der Brust stillen zählt nur als stillen, das Kind hat bestimmt einen Schnuller und kann wegen der Saugverwirrung nicht an der Brust stillen, dann lieber Flasche geben usw.

Gruppe - für Tragen
Thema: Irgendein Promi trägt sein Kind in einer Trage, das Bild ist in einer Zeitschrift abgebildet wird abfotografiert und in der Gruppe gepostet.
Statt sich für den Promi zu freuen und darüber das sie ihrem Kind die Nähe die es benötigt schenkt wird der Promi meist vollkommen in der Luft zerrissen. Weil es tausend Dinge gibt die an dem Bild so grauenhaft schrecklich sind. An der Stelle wird gern übertrieben
Kommentare fallen wie: das ist eine Gruseltrage, wieso ist das Kind nach vorne gerichtet, dafür hätte ich nie Geld ausgegeben, das arme Kind, Promi sein aber kein Geld für eine Trageberatung haben, den Promi hasse ich eh wie die Pest usw.

Gruppe - für Montessori
Thema: Jemand ist neu in der Gruppe, versucht Montessori in seinen Alltag zu bringen, hat sich Gedanken über Lernmaterialien gemacht und postet diese. Die Idee war "Entenküken aus dem Teich fischen"
Das Neumitglied wird sofort in der Luft zerrissen. 
Antworten sind: Bei Montessori werden keine Entenküken gefischt, die beiden Gefäße müssen gleich groß sein, wie man auf den Gedanken käme das habe was mit Montessori zutun, man solle sich erst richtig informieren bevor man postet, das gehört nicht in die Gruppe usw.

Gruppe - für Waldorf
Thema: Schleichtiere und Waldorf.
Dies führt zu folgenden Diskussionen: Waldorfkinder "dürfen" nicht mit Schleichtieren spielen weil diese nicht aus Naturmaterialien wie Holz gemacht sind sondern aus Plastik. Plastik ist wiederum also nicht mit Waldorf kompatibel. Eltern die sagen "mein Kind bekommt keine Schleichtiere" weil ich sie nicht mag sie werden also dem Kind verwehrt usw.

Ich könnte noch viel mehr Beispiele geben, dies waren die an die ich mich erinnere. Traurige Kommentare für die Personen die sich getraut haben solche Fragen zu stellen. Geholfen wurde ihnen mit diesen Antworten nicht und sie werden sehr wahrscheinlich das nächste Mal überlegen ob es von Nöten ist solch eine Frage überhaupt zu stellen. Eltern macht es euch doch nicht gegenseitig so schwer. Haltet euch mit euren negativen Kommentaren zurück und gebt doch stattdessen einfach mal eine positive, hilfreiche Antwort mit dieser ist dann dem Fragenden auch geholfen. Alles andere ist doch so unnötig und destruktiv. Nur dann bereiten die Gruppen auch wieder Spaß für alle Beteiligten. 


Kommentare :

  1. Du hast ja so recht! Bin auch in einiger der Gruppen und weiß genau, wovon du sprichst ;-)

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    1. Hallo, da haben wir ja die selben Erfahrungen gemacht :-D
      LG

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  2. Lach - ich bin mir sicher, wir kennen uns vom Lesen :)
    Ich will meine Hände nicht in Unschuld waschen, da mir möglicherweise auch schon so etwas heraus gerutscht ist. Aber ich gebe Dir voll und ganz recht!

    Aber ich betitel es gern als typisch Mensch, dieses extremistische, dogmatische oder gar missionarische Verhalten. Es findet sich nicht nur in Eltern-Gruppen, sondern auch im Tier-, Ernährungs- und Gesundheitsbereich! Man kann eigentlich sage: in allen Lebensbereichen. Sicherlich auch beim Haushalt, Hobby oder was sonst noch möglich ist...

    Toleranz scheint ein Fremdwort, aber statt mal Gruppen auszutreten kommen bei mir auch immer nur mehr dazu *urgs*
    Ausmisten fällt schwer XD

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    1. Hallo Isabel, das kann sehr gut möglich sein da ich in einigen Gruppen Mitglied bin und mir geht es da genau wie dir, statt auszumisten trete ich auch immer neuen Gruppen bei :-D In vielen lese ich mich aber nicht durch, das würde meine Nerven zu sehr strapazieren. Für andere Gruppen bin ich sehr dankbar gerade die Stillgruppen sind super positiv !

      Aber wie du schon so schön sagst auch in anderen Gruppen zieht sich das wie ein Roter Faden durch, gerade die Ernährungsgruppen. Sind wir etwas auch in den selben Ernährungsguppen? vegane? vegetarische? :-DD

      viele liebe grüße
      Verena

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